—– Update Juli 2022 zu den ersten Zwischenergebnissen u.a. mit Zahlen zum Mangel an Fahrpersonal siehe unten —–

Die Entwicklung der Wirtschaftsleistung ist derzeit durch Engpässe geprägt, die schon vor der aktuellen Lage im Russland-Ukraine-Konflikt bestanden. Ein Treiber dieser Engpässe sind die seit längerer Zeit bestehenden Herausforderungen seitens der Transportkapazitäten im DACH-Raum. Auch wenn sich die Zeit als dynamisch und schwer einschätzbar gestaltet, kann mit keiner Entspannung seitens der Kapazitäten im Transport und insbesondere hinsichtlich des Mangels an Fahrerinnen und Fahrern gerechnet werden. Sie können als begrenzender Faktor den Wirtschaftsaufschwung behindern. Hinzu kommen perspektivisch weitere Engpässe bspw. im Bereich der alternativen Antriebstechnologien. Es stellt sich damit die zentrale Frage, wie sich diese Engpässe bei Transportkapazitäten auf die Akteure und deren Leistungs- bzw. Wettbewerbsfähigkeit auswirken werden und wie sich diese lösen lassen.

Prof. Dr. Wolfgang Stölzle
Ludwig Häberle
Prof. Dr. Thorsten Schmidt
Prof. Dr. Christian Kille

Die am 17.02.2022 gestartete Konsortialstudie „Begegnung von Kapazitätsengpässen in der Logistik: Situationsanalyse – Lösungen – Potenziale – Maßnahmenpakete – Roadmaps“ hat sich zum Ziel gesetzt,

  • eine differenzierte Quantifizierung und Erfassung der Ursachen des Fahrermangels zu realisieren,
  • die qualitativen und quantitativen Wirkungen auf Transportunternehmen und ihre Kunden zu ermitteln,
  • potenzielle Maßnahmenpakete und Lösungen zur Linderung des Fahrermangels bspw. durch digitale Tools und Cross-Industry-Transfer-Insights sowie durch strukturelle Änderungen in der Zusammenarbeit der Transportunternehmen zu identifizieren und zu bewerten sowie
  • Voraussetzungen, Handlungsempfehlungen, Maßnahmenkataloge, Lösungen und Roadmaps für die Akteure mit Schwerpunkt auf Transportunternehmen abzuleiten.

Das Konsortium besteht neben den drei Forschungseinrichtungen aus 16 Unternehmen der Logistikdienstleistung, der IT & Services, der Industrie und des Handels sowie vier Bundesverbänden als ideelle Partner und der Internetplattform Jobmatch.me.

Aktualisierung Juli 2022: Das Konsortium hat ein Modell zur Quantifizierung des Mangels an Fahrpersonal entwickelt. Quantitative Erkenntnisse, deren Ursachen und Wirkungen fließen in die Entwicklung von Maßnahmen zur Begegnung des Mangels an Fahrpersonal und der damit zusammenhängenden Wirkungen ein.

Zwischenergebnis 1: Messung des Mangels an Fahrpersonal

Das Studienteam hat einen neuen Ansatz speziell für die Berechnung des Mangels an Fahrpersonal im Straßengüterverkehr mit Lkw über 3,5 Tonnen Nutzlast entwickelt. Er stützt sich auf statistische Daten der Bundesagentur für Arbeit, des Bundesamts für Güterverkehr, des Kraftfahrtbundesamts, des Statistischen Bundesamts und der Berufsgenossenschaft Verkehr sowie den Erkenntnissen aus einer aktuellen Befragung von Unternehmen aus dem Straßengüterverkehr. Nach ersten Auswertungen waren zum Jahresende 2021 etwa 40.000 Stellen für Fahrpersonal unbesetzt. Besonders bedenklich ist, dass sich ohne wirksame Gegenmaßnahmen das zusätzliche Defizit jährlich um bis zu 20.000 nicht besetzte Stellen erhöht. Damit dürften aktuell bereits bis zu 60.000 Stellen offen sein. Dies entspricht ca. 10 Prozent des gesamten relevanten Fahrpersonals.

Zwischenergebnis 2: Ursachen des Mangels an Fahrpersonal

Es wurden über 40 Ursachen für den Mangel identifiziert, die sich 8 Kategorien zuordnen lassen. Für das Fahrpersonal besonders belastend erweist sich nach den aktuellen Erkenntnissen die Situation an den Schnittstellen vor und nach dem Transportprozess. Das Ranking der Ursachen fließt in die Entwicklung der konkreten Maßnahmen ein.

Zwischenergebnis 3: Wirkungen des Mangels an Fahrpersonal

Der Mangel an Fahrpersonal zeigt aktuell über 20 Wirkungen, die direkt die Transportunternehmen und indirekt ihre Kunden betreffen. Hier sind insbesondere weit überdurchschnittliche Lohnsteigerungen in den vergangenen 3-5 Jahren zu nennen. Die Messung dieser Wirkungen wird dabei helfen, über geeignete Maßnahmen gegen den Mangel an Fahrpersonal zu entscheiden.

Platin

Gold

CTL Cargo Trans Logistik AG Fahrzeugwerk Bernard Krone GmbH & Co. KG
Seifert Logistics GmbH Transco Süd Internationale Transporte GmbH

Silber

Barth Spedition GmbH, BTK Befrachtungs- und Transportkontor GmbH, Hans Geis GmbH + Co KG, Geberit Logistik GmbH, GROUP7 GmbH, Güttler Logistik GmbH, Ludwig Meyer GmbH & Co. KG, Miele & Cie. KG, REWE Markt GmbH

Ideelle Partner

Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V.

Bundesverband Spedition und Logistik e. V. (DSLV)

Bundesverband Wirtschaft, Verkehr und Logistik (BWVL) e.V.

Bundesvereinigung Logistik (BVL) e.V.

Handelsverband Deutschland – HDE e.V.

sowie

JOBMATCH.ME